Kai Mykkänen, Minister für Außenhandel und Entwicklung

International

Finnland – Land der Technologieexperten

20.04.2017

Finnland ist international für sein Knowhow bekannt. Nach Berichten des World Economic Forums hat Finnland weltweit die beste Humankapitalnutzung, die stabilsten Banken und das unabhängigste Gerichtswesen, und im Innovationsvergleich ist es Nummer drei der Welt.

Finnland ist auch als Startup-Land bekannt. Zu unseren traditionellen Exportbranchen gehören u. a. die Forstindustrie und die Mobiltechnologie. Auf dieser Grundlage sind tausende Startups entstanden, deren Stärken in der hohen Kompetenz in den Bereichen Technologie, IKT und Digitalisierung liegen. Finnland hat unter den EU-Ländern den größten Anteil an Arbeitskräften, die sich mit IKT auskennen.

Im Dezember habe ich mit einer finnischen Unternehmensdelegation Berlin und Baden-Württemberg besucht. Unsere Gruppe bestand aus Unternehmen der Bereiche Biowirtschaft und Internet der Dinge (Industrie 4.0). In diesen Bereichen entwickeln finnische Unternehmen vollkommen neuartige Produkte. Deshalb können deutsche Unternehmen in Finnland ausgezeichnete Partner finden. Finnische Startups verfügen über spezielle Kompetenzen, mit denen zum Beispiel Data bei der Produktion sowie in Support- und Servicetätigkeiten genutzt werden kann. 

Das Wachstum des weltweiten Handels mit Waren hat sich verlangsamt, aber der grenzüberschreitende digitale Datenverkehr ist seit 2005 auf das 45-fache gewachsen. Das im letzten Jahr in der Ostsee verlegte Seekabel bietet zwischen Deutschland und Finnland eine rekordschnelle und cybersichere Datenverbindung, die die Entwicklung vielseitiger Geschäftstätigkeiten auf der Basis von Datenzentren ermöglicht. 

Deutschland ist schon jetzt Finnlands wichtigster Handelspartner. Unsere Exporte und Importe nach bzw. aus Deutschland belaufen sich insgesamt auf 16 Milliarden Euro. Zu unseren traditionellen und weiterhin wichtigen Kooperationsbranchen gehören u. a. die maritime Wirtschaft sowie die Auto-, Papier- und Forstindustrie. Das ist eine gute Grundlage für die weitere Entwicklung unseres gegenseitigen Handels. Auch wenn sich der Freihandel zurzeit Herausforderungen aus verschiedenen Richtungen gegenübersieht, glaube ich, dass Europa die Herausforderungen meistert, wenn wir den Mut haben, gemeinsame Chancen zu ergreifen. Wir müssen jetzt für Freihandel, Offenheit und Internationalität arbeiten.


Kai Mykkänen

Minister für Außenhandel und Entwicklung